Proven Oil Kanada (POC)

29.02.2016

Die deutschen  Fondsgesellschaften

            - POC Eins GmbH & Co. KG

            - POC Zwei GmbH & Co. KG

            - POC Growth GmbH & Co. KG

            - POC Growth 2. GmbH & Co. KG

            - POC Grwoth 3 Plus GmbH & Co. KG

            - POC Growth 4. GmbH & Co. KG

            - POC Natural Gas 1 GmbH & Co. KG

            - POC Oikos GmbH & Co. KG

wurden von der kanadischen Gesellschaft Conserve Oil Corporation (COC) aufgelegt, um deutschen Anlegern eine Investition in Öl- und Gasquellen in Kanada zu ermöglichen. Konzeptionsgemäß beteiligten sich die Fondsgesellschaften als Limited Partner an jeweils nach kanadischem Recht gegründeten Objektgesellschaften, welche die Öl- und Gasquellen erwarben.

 

Die POC-Fonds sind als Private Equity-Fonds ab dem Jahr 2008 aufgelegt worden. Die Investitionen in Öl- und Gasquellen in Kanada sollten den Anlegern hohe Renditen (12 % p.a. Ausschüttung) erbringen und darüber hinaus der Steuerersparnis dienen.

Wie bei vielen anderen Fonds hat sich dieses Ziel leider nicht realisiert. Stattdessen wurden die Anleger zwischenzeitlich zur Rückzahlung der im Jahre 2013 erhaltenen Ausschüttungen aufgefordert. Seither erfolgen auch keine Ausschüttungen mehr.

Auf Empfehlung der Fondsgeschäftsführung wurden 2013 sechs der acht kanadischen Objektgesellschaften in eine Master-Limited-Partnership, welche als COGI Ltd. Partnership firmiert, zusammengefasst. Hierdurch sollten Optimierungseffekte eintreten, insbesondere im operativen, administrativen und im Managementbereich.

Die Überschwemmung des Weltmarktes mit Öl und der hierdurch bedingte Verfall des Öl- und Gaspreises führte unter anderem dazu, dass die kanadische Objektgesellschaft die Darlehen, welche zum Erwerb der Öl- und Gasquellen aufgenommen wurden, nicht mehr bedienen konnte. Im Juni 2015 kündigte die kanadische Bank die Darlehen in einem Umfang von fast 50 Mio. CAD.

Seither befindet sich die COGI Ltd. Partnership in einer existenzbedrohenden Krise. Im August 2015 wurde in Kanada ein sogenannter CCAA (Companies Creditors Arrangement Act) mit dem Ziel einer Sanierung eingeleitet. Nach dem Sanierungsplan sollten die deutschen Anleger die erhaltenen Vorabzahlungen für das Jahr 2013 zurückzahlen und diese Mittel der COGI Ltd. Partnership für das CCAA-Verfahren als Darlehen zur Verfügung stellen. Bereits im Juni 2015 waren die Anleger zur Rückzahlung durch die deutsche Fondsgeschäftsführung aufgefordert worden. Die Anleger der deutschen Fondsgesellschaften sprachen sich überwiegend gegen eine solche Darlehensgewährung aus.

Die kanadische Bank als größte Gläubigerin der kanadischen Objektgesellschaft, COGI Ltd. Partnership, zog daraufhin ihre Unterstützung für das CCAA-Verfahren zurück. Seit Ende Oktober 2015 wurde nunmehr ein Insolvenzverwalter bestellt. Es ist daher nichts Gutes für die deutschen Anleger zu erwarten.

Wie geht es jetzt weiter? Der bereits in erheblichem Umfang begonnene Verkauf der kanadischen Öl- und Gasquellen wird voraussichtlich seinen Fortlauf nehmen und vom Insolvenzverwalter zugunsten der Gläubiger vorangetrieben. Entfällt das operative Geschäft, ist auch die Insolvenz der deutschen Fondsgesellschaften ein wahrscheinliches Szenario.

Viele geschädigte Anleger stellen sich die Frage, ob eine Möglichkeit besteht, ihr eingelegtes Kapital zurückzuerlangen. Im Falle einer nachweislich fehlerhaften Aufklärung besteht die Möglichkeit, die gezahlte Kapitaleinlage im Wege eines Schadensersatzes zurückzufordern. Wir empfehlen den Anlegern der POC-Fonds, sich von einem hierauf spezialisierten Anwalt beraten zu lassen.

Dies gilt auch für die Aufforderung der Fondsgesellschaften, die im Jahre 2013 erhaltenen Ausschüttungen zurückzuzahlen. Hier sollten die Anleger der POC-Fonds zunächst rechtlich prüfen lassen, ob ein solcher Zahlungsanspruch der Fondsgesellschaften besteht.  

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